Irish-Danceschool in Schaffhausen
VIlpoix © 2010
Irish-Danceschool Jacqueline Vilpoix Webergasse 32/8200 Schaffhausen Tel: 052 643 65 40 Natel: 079 681 16 00
Schnelle Schrittfolgen, die
einfach begeistern
Irish Dance ist nicht nur Freude an der Bewegung und leidenschaftlicher Sport, sondern
gleichzeitig gelebte, irische Geschichte.
TANZEN. Irish Dance ist in unseren Breitengraden eine moderne Form des Tanzsports,
der solo oder in einer Gruppe getanzt und aufgeführt werden kann. Seit sieben Jahren
kann er auch in der Sportstadt Schaffhausen erlernt werden.
Über Ursprung und Geschichte des Irish Dance gibt es nur vage Berichte. Aber einiges spricht dafür, dass ihn die Druiden, die
kultische und geistige Elite der keltischen Gesellschaft, bei den religiösen Ritualen tanzten. Musik und Tanz war ein wichtiger
Aspekt des Soziallebens der Kelten. Jahrhunderte später hatten die so genannten «Dance Master» um 1750 einen grossen
Einfluss auf die irische Kultur. Sie lehrten der Landbevölkerung das Tanzen und wenn sich die Tanzlehrer auf einem Stadtmarkt
trafen, forderten sie sich zum öffentlichen Wettkampf heraus. Ende des 19. Jahrhunderts erwachte auf der Insel die irsche Kultur,
die zuvor die Briten über eine sehr lange Zeit unterdrückten. 1897 fand in London das erste Céilí, das sich ursprünglich auf die
Zusammenkunft von Nachbarn in einem Haus bezog, um eine fröhliche Zeit mit Musik, Spielen, Tanzen und Erzählungen zu
verbringen, vor einem grossen Publikum statt.
Schon seit 115 Jahren ein Sport
Heute ist der irische Tanz praktisch auf dem ganzen Globus verbreitet. Die Erfolge von «Riverdance» und «Lord of the Dan-ce»
brachten ihn auf die internationalen Bühnen. Nur wenige wissen jedoch, dass der Irish Dance seit 115 Jahren ein streng
reglementierter Sport ist. In der Regel beginnt man schon im zarten Alter von vier bis fünf Jahren, absolviert – je nach
Kommission oder Dachverband – vier Stufen oder zwölf Ränge und beendet die Karriere bereits als Mittzwanziger. Bei uns sieht
man diesen Volkstanz, der stets die irische Geschichte der einzelnen Gegenden und Städten durch die keltische Musik «tanzend
erzählt» fast ausschliesslich nur in Vorführungen. Sehr einfach ausgedrückt zeichnet sich der irische Stepptanz durch schnelle
Beinbewegungen aus, während Körper und Arme in der Regel starr gehalten werden. Sowohl über die Musik- als auch über die
Tanztheorie beim Irish Dance, der solo oder in Gruppen getanzt wird, liessen sich ganze Seiten füllen.
Problemloser Anschluss möglich
«Irish Dance ist alles andere als normal», lacht Jacqueline Vilpoix, die in der Munotstadt seit sieben Jahren über 30
Tanzfreudige im Alter von fünf bis 55 Jahren in den Steppschuhen unterrichtet. Da bei diesem Sport alles gehüpft wird, ist neben
dem Spass am Tanzen besonders die Freude an der Bewegung die allerwichtigste Vorausetzung, die man mitbringen sollte. Alles
andere, unter anderem die Ausdauer, Synchronität und das Gehör, kann in den Trainings geschult werden. Anfänger erlernen in
den weichen Schuhen (Soft Shoes) die Grundschritte, wobei der Einstieg bei Jacqueline Vilpoix, die jederzeit auf die
Unterstützung ihres Mannes zählen kann, fliessend erfolgt. Dank der Flexibilität mit individuellen Trainings finden Anfänger
problemlos den Anschluss an die Gruppe und müssen nicht lange Wartezeiten in Kauf nehmen, bis sich mehrere Interessenten
zusammengefunden haben. Ist die tänzerische Basis erarbeitet, wird auf die harten Schuhe (Hard Shoes) mit den Tips unter den
Zehenspitzen und den Heels an den Absätzen umgestiegen.
Fünf Jahre harte Trainingsarbeit
Diese zeichnen dann für die unvergleichlichen und für die Zuschauer faszinierenden «Clicks» beim Stepptanz verantwortlich.
Bedingt durch die Geschichte gibt es mehrere traditionelle Tanzstile. Set Dance ist ein sehr schneller Tanz, der teilweise von
Steppschritten begleitet ist. Céilí Dan-ce wird in Formationen bis 40 Leute mit permanentem Wechsel der Partner aufgeführt.
Dazu gesellen sich unzählige Varianten und Formen, die dem Irish Dance seine Spritzigkeit und Lebensfreude verleihen. 40
Formationen sind von den bekanntesten irischen Tanzlehrern niedergeschrieben worden und werden heute in den Schulen
gelernt. «Zudem werden laufend neue kreiert und patentiert», so Jac-queline Vilpoix, die vor der Eröffnung ihrer Irish Dance
School im Jahr 2001 eine Ausbildung in Ballett und Gymnastik genoss. Für die 37-Jährige üben die schnellen Schrittfolgen
immer wieder eine besondere Faszination aus. Um das Niveau z.B. von Riverdance zu erreichen, müssen sich die Tänzer in
Ausdauer üben. Fünf Jahre Training braucht es dazu, wobei der Knackpunkt das geführte Schütteln der Füsse ist, um die
«Clicks» im Takt der Musik auf dem Boden zu erzeugen. Wer das Ziel erreicht, gehört dafür zu den wenigen, die etwas
Begeisterndes und Faszinierendes beherrschen.
Marcel Tresch